Für zwischendurch

Manchmal sind es die ganz leisen, stillen Momente, die einen das Herz höher schlagen lassen. Überraschend ist er da, ganz unscheinbar.

In einem solchen Moment entstand das Foto von der Blindschleiche. Ich hätte sie im Laub fast übersehen, denn meistens sieht man sie im späteren Frühjahr bei uns in Zorge. Aber in diesem Sommer im späten August ist dies nun die zweite, die ich versteckt im Laub sehe. Das besondere: beide sind etwas mehr als einen Meter lang. Beide bleiben mehrere Minuten ganz still vor meinen Füßen liegen.

Und immerhin wenigstens ein Foto konnte ich machen. Die unscheinbaren, besonderen Geister in Hecken, Büschen und Untergrund…

Blindschleiche

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Reiki und Tiere

In Gedanken doch schon etwas häufiger beim ersten Septemberwochenende in Braunlage, möchte ich doch etwas erzählen, worin ich eigentlich gar nicht vorkomme. Und genau das ist der Punkt.

Die Sache ist in zwei Sätzen erzählt. Meine Hündin liegt entspannt auf dem Sofa. Auf einmal fängt sie an, an einem der Zehengelenke an der Pfote zu knabbern.

Das war es eigentlich schon. Nun zwei Kopfgedanken von mir dazu. An dem Punkt, an dem sie geknabbert hat, liegen mehrere Akupunkturpunkte nebeneinander wie an den Hand- und Fußgelenken des Menschen auch. Dieses Knabbern wird oft in Bücher für Akupunktur für Tiere beschrieben.

Ich bin neugierig und fühle die Stelle mit meiner Hand nach. Die Reaktion erfolgt prompt. Ohne dass ich weiß, was sie nun gerade hatte, reagiert meine Hündin auf die minimale Reiki-Gabe meiner Hand. Nun Monroe wusste genau, welche Stelle ‚behandelt‘ werden musste.

So einfach ist das manchmal.

Homöopathie Komplexmittel

Wie schon angekündigt geht es in diesem Beitrag um ein weiters Thema aus der Homöopathie, den Komplexmitteln. Eigentlich nicht meins, doch mittlerweile muss ich Farbe bekennen, es hat was für sich. Wie kam es nun zu meinem Sinneswandel? Dazu ein Beispiel.

Während ich in den letzten beiden Beiträgen von homöopathischen Einzelmitteln gesprochen habe, handelt es sich bei Komplexmitteln um etwas anderes. Jedes Komplexmittel enthält mehrere homöopathische Einzelmittel, die allerdings alle in eine Richtung ‚wirken‘. Man erreicht dadurch ein breiteres Spektrum, und das Phänomen der Erstverschlimmerung bleibt meistens aus, bzw. ist sehr schwach vorhanden. Dieses erweiterte Spektrum lässt sich ganz einfach an einem sehr bekannten Komplexmittel veranschaulichen.

Traumeel ist ein Komplexmittel, das bei Verletzungen, Verstauchungen und Prellungen, bei Abnutzungen der Gelenke oder Überlastung von Sehnen und Bändern eingesetzt werden kann. Traumeel besteht aus vierzehn einzelnen homöopathischen Mitteln. Jedes Mittel gibt es also auch einzeln und kann dann auch gegen weitere Beschwerden eingesetzt werden. In dieser Kombination geht es aber um Beschwerden rund um leichtere bis mittlere und chronische Verletzungen.

Dies sind nun die Bestandteile:

  • Atropa belladonna, Tollkirsche
  • Aconicum napellus, Eisenhut

Diese beide Mittel sind die Entzündungsmittel schlechthin. Aber es folgen weitere.

  • Echinacea purpurea, roter Sonnenhut
  • Echinacea angustifolia, schmalblättriger Sonnenhut
  • Achillea millefolium, Schafgarbe

Diese Mittel sind u. a.immunstärkend und antibakteriell wirksam. Es geht weiter.

  • Bellis perennis, Gänseblümchen
  • Chamomilla recutita, Kamille

Diese beiden Mittel sind die sanften unter den Entzündungshemmern, was nichts über ihre Wirkung aussagt. Man denke nur an Kamille-Extrakten in Zahncremes.

Es folgt mein persönliches Wunderkraut, das eigentlich einen eigenen Beitrag verdient:

  • Hypericum perforatum, Johanniskraut

Dann gibt es Mittel, die sehr geht Wunden z. B. der Haut heilen:

  • Hamamelis virginiana, Zaubernuss
  • Calendula officinalis, Ringelblume
  • Symphytum officinale, Beinwell
  • Arnica montana, Arnika

Während es sich bis hierhin um pflanzliche Ausgangsstoffe handelt, folgen nun zwei homöopathische Mittel, die nicht pflanzlichen Ursprungs sind. Da ich mich mit Pflanzen weit vertrauter fühle, seien sie nur aufgezählt:

  • Hepar sulfuris, chemische Verbindung aus calcium carbonicum und Schwefel, also mineralischen Ursprungs
  • Mercurius s. Hahnemanii, Quecksilber

 

Man sieht also, dass in Traumeel 14 verschiedenen Mittel zusammengefasst sind, die in ihrer Weise gegen Entzündungen, die bei Verletzungen auftreten können, antibakteriell, heilungsfördernd, adstringierend wirken.

Zusammen fördern sie so die Prozesse, die bei Verletzungen in Gang gesetzt werden müssen.

P.S.: Wer mehr wissen möchte, Fragen hat oder einen Ausflug in die Naturheilkunde machen möchte: Am 1./2. September 2018 finden in Braunlage/ Harz die Naturheilkundetage statt.

 

Nochmal Homöopathie Teil 2

Im letzten Beitrag sagte ich, ein Beispiel würde die Homöopathie veranschaulichen. Heute will ich diesem Vorschlag versuchen nachzukommen.

Als homöopathisches Beispiel-Mittel wähle ich Sulfur aus. Als Potenz 12, also eine Niedrigpotenz. Während bei Konstitutionsmitteln (siehe einen früheren Beitrag) immer um sehr hohe Potenzen handelt, werden Niedrigpotenzen (ungefähr D4 bis D12) bei akuten Symptomen angewendet.

Sulfur ist sehr bekannt und gut beschrieben. Daher kann man sagen, dass es bei folgenden Beschwerden hilfreich sein kann: Allergien, Erkrankungen der Haut, Arthritis, Diabetes, Kopfschmerzen, Mittelohrentzündungen, Verdauungsbeschwerden. Dies ist nur eine Auswahl des breiten Spektrums.

Einerseits kann man sagen, dass, wenn es sich um das richtige Mittel für die Person handelt (zu Person siehe Teil 1), bräuchte er wahrscheinlich einen ganzen Beutel mit Medikamenten vom Arzt oder Apotheker.

Andererseits stimmt die Gleichung Symptom Hautausschlag=Sulfur D12 nicht. Zumeist tritt mindestens ein weiteres Symptom z. B. aus der obigen Liste auf. Sulfur passt da ganz gut, denn es hilft sowohl gegen Arthrose als auch gegen Schuppenflechte. Und es gibt wiederum eine Form der Arthrose, die mit Schuppenflechte zusammenhängt.

Ein ständiger Entzündungsprozess schwächt die körpereigene Abwehr, was durchaus zu ständigen Ohrentzündungen oder Allergien führen kann. Auch diese Krankheitsbilder finden sich oben in der Liste.

Fragt man nun den Patienten ( siehe wieder Teil 1), wann sich die Symptome verbessern oder verschlimmern (eine Frage von mehreren als Beispiel) und decken diese sich mit den Beschreibungen für Sulfur D12, dann ist das Mittel gefunden.

Aber dann kann sich der Patient freuen, denn in der Folge bewegt sich etwas: die Beweglichkeit wird besser, Schleim löst sich endlich, Der Darm reinigt sich einmal und wird dann stabil, die Haut juckt nicht mehr dauernd, die Angst lässt nach. Man sieht, Sulfur wirkt tiefgreifend.

Der Weg, ein homöopathisches Mittel zu finden, mag etwas umständlicher sein und länger dauern, aber ist das richtige Mittel gefunden, weiß man, was Homöopathie bewirken kann.

 

Nachtrag: Durch einen Nebensatz in einem Gespräch bin ich auf ein anderes Thema der Homöopathie gestoßen, das nun schon in Vorbereitung liegt.

Nochmal Homöopathie

Stichwort ganzheitlich und Homöopathie. Dieses Wort ‚ganzheitlich‘ finde ich, seitdem ich es kenne, außerordentlich faszinierend. Deshalb denke ich nochmal an Hand dem Beispiel Homöopathie darüber nach.

Wenn ich Kopfschmerzen habe, gehe ich in die Apotheke und kaufe eine Tablette gegen Kopfschmerzen. Wenn ich Glück habe, gehen dann die Kopfschmerzen weg. Wenn ich Pech habe, habe ich danach Magenschmerzen. Und wenn ich richtig Pech habe, tut mein Magen weh und die Kopfschmerzen bleiben, weil es so viele verschiedene Ursachen für Kopfschmerzen gibt. Das ist das Gegenteil von ‚ganzheitlich‘.

‚Ganzheitlich‘ wäre zum Beispiel, Fragen zum Zeitpunkt des Auftretens der Kopfschmerzen, der Art der Schmerzen, weiteren Beschwerden, usw. zu stellen. So ergibt sich ein Bild, wie in diesem Beispiel, vom Menschen oder vom Tier, und zwar je detaillierter man fragt, desto individueller.

Aufgrund der vielen schon bekannten und sehr genauen Beschreibungen von homöopathischen Mitteln, kann dann auf Grund der Antworten ein passendes Mittel gewählt werden.

Dieses Mittel wirkt dann aber eben nicht linear wie Kopfschmerzen-Tablette-Kopfschmerz weg, sondern komplex auf alle vorhandenen Symptome, die durch die Arzneimittelprüfung bekannt sind.

Natürlich sind nicht alle bekannten Symptome immer ausgeprägt. Dafür sind Lebewesen zu verschieden. Und nicht bei jedem Symptom gibt es eine Erstverschlimmerung, wenn es überhaupt eine gibt. Dafür sind Symptome unterschiedlich lange und stark von Lebewesen zu Lebewesen ausgeprägt.

Man sieht, eine Standardlösung gibt es nicht, dafür aber jede Menge Erfahrungswerte. Und Menschen und Tiere sind ja auch nicht Standardwesen, sondern Individuen.

Und schließlich will man nicht immer wieder für das gleiche ‚in die Apotheke rennen‘, sondern gleich das Problem an der Wurzel packen, oder?

Also ich habe meinen Magen genauso lieb wie meinen Kopf.

Am deutlichsten wäre es, wenn man ein gut bekanntes homöopathisches Mittel wie zum Beispiel Sulfur vorstellen würden. Aber dafür brauche ich eine Fortsetzung. Die folgt dann auch bald.

Hundeliebe

Ferienbeginn. Zeit für eine Geschichte. Zeit für Erinnerungen. Zeit für die ganz große Hundeliebe.

Wenn ich von Hundeliebe spreche, dann von der Liebe, die ein Hund für seinen Menschen empfinden kann. Denn was ein Mensch auch tut, an die unendliche Liebe eines Hundes wird es nie heranreichen. Und so bleiben wir Menschen immer unreife Kinder der Liebe. Einige Szenen will ich in der folgenden Geschichte erzählen.

Mein zweiter Hund, (Sir) Henry hing an mir wie ich an ihm. Das war von der ersten Stunde an so. Wie ich an anderer Stelle schon erzählt habe, war das Kennenlernen an sich Überzeugungsarbeit seitens von Henry. Wir verbrachten viele Jahre miteinander, liebten Spaziergänge, gemeinsames Nichtstun und Wasser.

Am Wasser überraschte er mich auch einmal mehr als eindringlich. Ich habe gelernt, mich beim Schwimmen ohne Brille zu orientieren. Richtig sehen kann ich aber nicht. So dachte ich auch nicht weiter darüber nach, als ich nach einem Spaziergang mit meinem Hund rund um den Baggersee mit einer Steilwand an einer Stelle von etwa zehn Metern, einfach ins Wasser flüchtete. Mein Hund kam mir hinterher. Aber nicht schnell genug. Er sah mich nicht mehr. Und ich konnte ihn auch nicht mehr sehen. Und da rannte er am vorher entlang gewanderten Ufer entlang zum höchsten Punkt, zur Steilwand, und sprang hinab. Kurz darauf schwamm er neben mir mit einer leichten Verletzung an der Pfote.

In einem anderen Jahr, etwa ein halbes Jahr nachdem ich mich zur Tierheilpraktiker-Ausbildung angemeldet hatte, grassierte die Schweinegrippe. Ich weiß noch wie im Unterricht darüber Spott herrschte. Und dann saß eine schniefende Schülerin in meiner Nachhilfegruppe neben mir…

Mein Hund wich nicht einen Augenblick von meiner Seite. Die Nacht war schlaflos, grauenvoll. Ich hatte einen Müllbeutel für die Taschentücher neben das Bett gelegt. Der war am Morgen voll. Blöderweise war Wochenende und eine Hauptprobe im Theater stand kurz bevor. Ich musste also aufstehen, ich musste gesund werden. Fiebrig schleppte ich mich ins Bad. Grad eben lieber nicht in den Spiegel geschaut, gehe ich zurück und will mich anziehen, und da: Der Müllbeutel aufgerissen, die Ekel-Taschentücher zerfetzt, mein Hund schwanzwedelnd im Bett!!! Katastrophe. Bei mir hatte die Inkubationszeit alle Rekorde geschlagen, und mein Hund??? Und jetzt? Warum ist man in den dramatischen Momenten im Leben immer allein??

Ich kann nur sagen für die Premiere fand ich eine Lösung, denn dass eine Premiere nicht läuft, das gibt es nicht!

Mein Hund. Die ‚Inkubationszeit‘ war sensationell. Nun durchwachte ich die Nacht bei ihm. In den wenigen Stunden meiner bis dahin kurzen  Ausbildung hatte ich noch nicht allzu viel gelernt, aber meine Bücher hatte ich schon. Bücher und Verzweiflung lassen einen schnell lernen. (Zur Erinnerung, es war mittlerweile tiefstes Wochenende.)  Ich begab mich in der noch nicht ausgestatteten Wohnung nach brauchbaren, wurde auch hier und da fündig. Das Ergebnis erstaunte mich selbst: Als ich endlich mit einem Auto zum Tierarzt konnte, war dieser nicht mehr wirklich nötig. Diese nächtliche Auseinandersetzung mit den Büchern hatte Früchte getragen. Aber ich bin froh, dass diese Geschichte nun wirklich schon eine seeeehhhhhhrrr alte Geschichte ist.

 

Konstitutionsmittel

Zum Ende jeden Monats das Gleiche: Wie ein Schatten, der direkt an meine Schuhe geklebt zu sein scheint und zusätzlich einen Haftpunkt am Hosenbein hat, folgt mir meine Hündin auf Schritt und Tritt.

Spätestens jetzt schaue ich auf das aktuelle Datum im Kalender, und weiß schon vorher: Ein neuer Monat steht vor der Tür.

Meine Hündin hat die ersten sieben Jahre ihres Lebens auf der Straße gelebt. Fremde merken ihr das heute nicht mehr an dank vielem Training und manchem therapeutischen Mittel. Als regelmäßiges Mittel ist einzig ihr Konstitutionsmittel übrig geblieben. Aber was ist das eigentlich, ein Konstitutionsmittel?

Kurz gesagt, es handelt sich dabei um die Hochpotenzen eines homöopathischen Mittels. Dabei gibt es einige sehr genau und intensiv beschriebene Konstitutionstypen, die häufiger anzutreffen sind. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, das jedes Tier genau untersucht werden muss, um das richtige Konstitutionsmittel zu finden.

Darüber hinaus muss beachtet werden, dass Hochpotenzen nicht nur mit sehr viel Sorgfalt ausgewählt werden müssen, sondern auch mit Bedacht verabreicht werden müssen, da sie eben ganzheitlich wirken. Das heißt sie wirken auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene.

Für meine ohne hin schon so sanfte Hündin, bedeutet das, dass sie die Globuli am Abend bekommt, denn in der darauf folgenden Nacht ist sie keine Minute allein, und wenn sich doch noch einmal nach den Jahren ein Alptraum einschleicht, kann ich sie beruhigen.

Dafür wächst mit der Zeit ihr Selbstvertrauen und ihre Bindung zu mir.