Unter der Meeresoberfläche

Ich denke, es ist mal wieder an der Zeit für eine kleine Geschichte. Dabei geht es unter die Meeresoberfläche.

Wer aus meiner, zugegeben etwas älteren Generation, kennt das nicht, das einsetzende Gruseln bei Beginn der Filmmusik der ‚Weiße Hai‘? Genau dieses Gruseln wabberte durch meine Gedanken, als ich vor vielen, vielen Jahren zu einer Tauchsafari ins Rote Meer aufbrach. Würde ich vor lauter Angst die Flucht ergreifen beim Anblick des ersten Hais? Egal ob weiß, schwarz, grau, oder nur mit einem weißen Flossen-Fleck?

Gespannt lauschte ich den Berichten von zurückkehrenden Tauchern auf der Tauchbasis. Das hörte sich gar nicht so übel an. Aber, konnte man dem WIRKLICH trauen??? Naja, ich blieb skeptisch.

Dann ging es erst einmal aufs Boot, und in den nächsten Tagen gab es einige wunderschöne Tauchgänge zur Eingewöhnung. Und dann kam dieser besondere Augenblick.

Ich durfte in einer Gruppe ohne meine gewöhnliche Tauch-Begleitung tauchen gehen, und war somit voller Vorfreude und völlig entspannt. Wir tauchten zu einer Riffkante nahe ans offene Meer. Dort verteilten wir uns in kurzen Abständen und warteten.

Ich entspannte mich ganz und gar und hoffte auf einen Hai. Meine Augen waren auf das offene Meer gerichtet. Ich dachte an das Buch, in dem die Körpersprache der Haie beschrieben ist und das ich oft gelesen hatte. Ich war vorbereitet.

Doch nichts passierte. Mit einem Hauch von Enttäuschung sah ich auf den Tauchcomputer, um die verbleibende Zeit zu überprüfen. Ich sah auf und sah in die Augen eines Hais.

Wenige Meter vor mir in seitlicher, leicht schräger Körperhaltung betrachtete er mich, und ich durfte ihm in die Augen sehen. Ein Augenblick voll purer Magie!

Und ebenso schnell wie er scheinbar aus dem Nichts aufgetaucht war, verschwand der Hai wieder.

p.s.: Es gab noch ein weiteres Treffen mit einem Hai auf dieser Tauch-Safari. Es war ein Tieftauchgang und die Entfernung war erheblich größer. Auch die Tauch-Gruppe war viel größer. Es war trotzdem eine faszinierende Begegnung.

p.p.s.: Warum ich bei diesem magischen Moment keine Angst mehr hatte? Nun, wir hatten ein sehr klares Briefing zu Haien bekommen (Haie werden genauso behandelt wie alle anderen Fische und Tiere unterwasser auch! Kein Berühren, kein Stören, Respekt und Berühren sowieso nicht.) und bei einem der Übungstauchgänge hatten wir gleich drei Haie, darunter auch einen Longimanus, zu Gesicht bekommen. Diese drei verhielten sich so ruhig, dass jede Sorge augenblicklich verschwunden war.

p.p.p.s.: Haie gehören zu den meist gejagten Tierarten im Meer. Viele Arten sind vom Aussterben bedroht. Ihre Erforschung dagegen steckt noch in den Kinderschuhen. Das oben erwähnte Buch ist ein wunderbarer Einstieg in die Körpersprache von Haien. Leider ist es mir verloren gegangen.

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Autor: Syelle Beutnagel

Autorin und Tierheilpraktikerin mit eigener Praxis. mein Blog 'Wort': www.wortundtier.wordpress.com mein Blog'Tier': www.tierheilpraxisonline.wordpress.com meine Homepage: www.tierkommunikation-bad-gandersheim.com meine Galerie: www.zoomwork.com/gallery/view/lilafee

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