Herdentrieb

Ein Ereignis letztens bei einem ausgiebigen Spaziergang erinnerte mich wieder daran: dieser besondere Augenblick.

Ich hatte mich auf einen laaangen Spaziergang eingestellt. Nach einem Stück Weg, unweit meiner Lieblings-Bank, spürte ich schon die Unruhe. Und dann sah ich sie. Die Kühe waren gerade auf die Bergwiese gebracht worden.

Ich setzte mich auf meine Lieblings-Bank und erfreute mich am Anblick dieser herrlichen, robusten Tiere, die so sehnig und muskulös sind, dass sie auch bei dieser steilen Hang-Lage absolut trittsicher sind. Für diese Bergwiesen waren sie einst gezüchtet worden. Jetzt trifft man sie nur noch einmal im Jahr dort an.

Mir fiel auf, dass auch nach einigen Minuten noch eine gewisse Unruhe unter den Kühen vorhanden war. Ich schaute nach, welche ich vom letzten Jahr gleich wiedererkannte und nach den älter gewordenen Jungtieren.

Da entschied sich auf einmal das Leittier, näher zu kommen. Auf einmal rannte sie los, hinunter zum Bachlauf und auf der anderen Seite zu mir hoch. Die anderen hinterher. Und ich dachte noch: ‚Erinnern sich die Kühe noch an den Elektrozaun???‘

Die Kraft, die hinter diesem Lauf stand, war doch etwas größer. Aber die Leitkuh stoppte ohne Hast einen Meter vor dem Zaun, und der Rest der Herde verstreute sich lose hinter ihr.

Dieser Lauf erinnerte mich an die Anfangszeit meiner Ausbildung vor vielen Jahren. Ich war dabei durch Zufall auf den Begriff ‚Tierkommunikation‘ getroffen.

Ich machte mir dann so meine Gedanken, und fand damals sowohl den Begriff albern, als auch die Tatsache, dass dafür extra Kurse angeboten wurden. ‚Neumodischer Kram,‘ fand ich. Aber insgeheim testete ich den Begriff dann doch. Wie man sich selbst widersprechen kann!

Und so kam ein Tag mit einer Stunde Unterricht auf einer offenen Pferdekoppel. Wir waren nun gerade mit unseren Übungen fertig geworden und bestimmt zwanzig Meter von der Herde entfernt. Ich Quatschkopf hatte nun nichts besseres zu tun, als mit meinen Gedanken vom Unterricht abzuschweifen.

So kam ich auf die Idee, ‚Tierkommunikation‘ zu testen: Wenn ich die Pferde zu mir rief, ob sie dann kommen würden?

Eigentlich hätte ich nach meinen letzen Erfahrungen klüger sein müssen, aber ich setzte meine Idee um. Ich bat mein Übungspferd, mit dem ich wenige Minuten vorher die planmäßigen Ausbildungsübungen absolviert hatte, noch einmal zu mir zu kommen.

Ich rief, es kam und die ganze Herde dazu. Was für ein Augenblick! Eine Bruchteilsekunde Wild-West irgendwo im norddeutschen Flachland.

Doch, hinter dem „neumodischen“ Begriff Tierkommunikation steckt eine feine Sache.

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Autor: Syelle Beutnagel

Autorin und Tierheilpraktikerin mit eigener Praxis. mein Blog 'Wort': www.wortundtier.wordpress.com mein Blog'Tier': www.tierheilpraxisonline.wordpress.com meine Homepage: www.tierkommunikation-bad-gandersheim.com meine Galerie: www.zoomwork.com/gallery/view/lilafee

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